Ab wann gilt man als Selbständiger?

Grundsätzlich handelt es sich dann um eine selbstständige Tätigkeit, wenn ein Handeln auf die eigene Rechnung und Gefahr erfolgt. An die Weisungen des Auftraggebers ist der Selbstständige dabei nicht gebunden. Stattdessen erbringt er die vereinbarte Leistung auch ohne eine Aufsicht durch den Auftraggeber.

Der Gesamtumsatz eines Selbstständigen muss, im Bezug auf das letzte Kalenderjahr, mehr als 12.000 Euro aus einer gewerblichen, freiberuflichen oder sonstigen selbständigen Tätigkeit umfassen.

In Deutschland ist die Definition der Selbstständigkeit auch abhängig von dem jeweils betrachteten Rechtsbereich. So definiert sich die Selbstständigkeit nach dem Steuer- und Arbeitsrecht dadurch, dass die benötigte Zeit und der Ort der Arbeitsleistung im Wesentlichen vom Selbstständigen selbst bestimmt werden können.

Im Sozialversicherungsrecht dagegen definiert sich die Selbstständigkeit dadurch, dass der Selbstständige am Markt aufgrund seiner unternehmerischen Tätigkeit selbst auftritt, nicht in die Arbeitsorganisation des Auftraggebers eingegliedert und damit an die Weisungen des Auftraggebers auch nicht gebunden ist sowie er in seiner unternehmerischen Tätigkeit nicht für nur einen Auftraggeber tätig ist. Der Selbstständige hat darüber hinaus selbst die Möglichkeit zu entscheiden, ob er weitere versicherungspflichtige Arbeitnehmer beschäftigt.

Treffen diese genannten Definitionen nicht zu und befindet sich der Selbstständige sogar in einem arbeitnehmerähnlichen Beschäftigungsverhältnis, so wird seine Selbstständigkeit auch als „Scheinselbstständigkeit“ bezeichnet.