Beruf

Der Berufsrechtschutz ist ein individuell buchbarer Rechtschutzbaustein und wird oft auch als Arbeitsrechtsschutz bezeichnet. Er tritt ein, wenn es um die Beziehung zwischen Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer geht und ist sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber versicherbar. Der Zweck des Berufsrechtschutzes ist die außergerichtliche und gerichtliche Durchsetzung von Ansprüchen des Arbeitnehmers bzw. Arbeitgebers und der Abwehr von Forderungen selbiger. Dieses Recht gilt auch für öffentlich-rechtliche Dienstverhältnisse.

Gerade in der heutigen Zeit ist der Berufsrechtschutz für beide Seiten notwendig, da ein Arbeitgeber beispielsweise gegen unberechtigte Ansprüche des Arbeitsnehmers angehen möchte oder ein Arbeitnehmer aufgrund immer wieder kehrender Kurzarbeit und fortschreitender Globalisierung bzw. Fusionen keinen äußert sicheren Arbeitsplatz inne hat. Oft sollen durch Einsparungen im Personal Synergieeffekte erzielt werden. Dies kann zwangsläufig jeden Arbeitnehmer treffen. Auch die Lockerung des Kündigungsschutzes verstärkt diese Ungewissheit. So sind all jene gut beraten, die frühzeitig vorsorgen und über eine Berufsrechtschutzversicherung abgesichert sind.
Darüber hinaus gibt es viele weitere möglichen Streitfälle zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Nicht alle führen gleich vor Gericht, aber oft wird zumindest ein Anwalt hinzugezogen. In all diesen Fällen können Sie sich mit einer Berufsrechtschutzversicherung schnell rechtliche Vertretung einholen, ohne dass dies mit hohen Kosten für Sie verbunden ist. Darüber hinaus sichern die Versicherer die finanzielle Übernahme aller mit dem Rechtsstreit entstehenden Kosten für das Gericht sowie Sachverständige und Gutachter.

Bei Arbeitnehmern erfolgt die Versicherung in Form einer Privat- und Berufsrechtsschutzversicherung, die nur für Nichtselbstständige gilt. Zu den Streitfällen aus Arbeitnehmersicht gehören, dass der Arbeitgeber beispielsweise plötzlich kein Arbeitsentgelt mehr zahlt, Schwierigkeiten bei der Einhaltung des Mutterschutzes macht, Sie sich bei einer anstehenden Beförderung übergangen fühlen, gar gemobbt werden oder Unstimmigkeiten bei der Anrechnung von Überstunden und Urlaubszeiten bestehen. Oder der Arbeitgeber stellt Ihnen ein Arbeitszeugnis aus, mit dem Sie bei den Formulierungen nicht zufrieden sind. Im schlimmsten Fall kam es vielleicht schon zu einer unberechtigten Kündigung, die Sie mit einer Kündigungsschutzklage angehen möchten.

Im Gegensatz zu Arbeitnehmer gelten für Selbstständige und Freiberufler andere Tarifoptionen. Sie benötigen als Rechtschutzbaustein noch den Firmenrechtsschutz für Firmen, Selbständige und Freiberufler oder vergleichbares. Sie sichern damit die Kosten für Streitigkeiten ab, die beispielsweise durch das Angehen von unberechtigten Kündigungsschutzklagen, das Angehen eines Arbeitnehmers gegen die Änderung seines Zeugnisses oder das Angehen gegen einer Schadenersatzklage eines abgelehnten Bewerbers entstehen.

Wichtig beim Abschluss eines Berufsrechtschutzes für Arbeitnehmer oder Arbeitgeber ist, dass die benötigten Rechtsarten wie Strafrecht, Vertrags- und Sachrecht oder auch das Recht vor Sozialgerichten auch Bestandteil des Versicherungsvertrages sind.