Scheidung

Die Voraussetzung für eine Scheidung, als tatsächliche Beendigung der Ehe, ist eine Trennung. Die Scheidung ist aber als juristische Beendigung einer Ehe nicht in allen Rechtssystemen möglich. Aus diesem Grund ist es wichtig festzustellen, wo die Zuständigkeit und Vollstreckung der Eheentscheidungen geregelt werden müssen. In der Regel ist dies das Gericht des EU-Mitgliedstaates, in dem der Antragsteller, der Antragsgegner bzw. beide Ehepartner ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben oder zuletzt hatten. Ist einer der Ehepartner nicht deutsch, so kann u. U. der Scheidungsantrag nicht vor deutschem Recht verhandelt werden.

In Deutschland sind alle Rechte, die durch Bindungsverhältnisse wirksam werden im Familienrecht gesetzlich geregelt. Zu diesen Bindungsverhältnisse gehören die Ehe und Familie sowie verwandtschaftliche Beziehungen und eingetragene Lebenspartnerschaften bei einer zuständigen Behörde beispielsweise bei gleichgeschlechtlichen Partnern.

Da die Ehe in Deutschland nur durch Tod, Scheidung oder Aufhebung beendet werden kann, muss zur Scheidung ein richterliches Urteil erfolgen. Dies kann ergehen, wenn beide Ehepartner bereits mehr als ein Jahr getrennt leben oder kann auch nach drei Jahren gegen den Willen eines Ehepartners vollzogen werden. In jedem Fall werden auch die Folgen für die betroffenen (minderjährigen) Kinder berücksichtigt.
Im Fall der unzumutbaren Härte, die sich in dem anderen Ehepartner begründet (z. B. durch misshandeln), kann die Ehe auch im ersten Trennungsjahr ohne die Zustimmung beider Ehepartner geschieden werden.

Um Streitigkeiten bei einer eventuellen Scheidung zu vermeiden, kann vor oder während der Ehe ein sogenannter Ehevertrag geschlossen werden. Für seine rechtliche Gültigkeit muss dieser notariell beglaubigt sein. Alternativ greifen die im Familienrecht vorgesehenen Regelungen.

Die unmittelbare Folge einer Scheidung ist die Klärung des Unterhaltsrechts. Daneben sind weitere Scheidungsfolgen das Sorge- und Umgangsrecht gemeinsamer Kinder sowie der Versorgungs- und Zugewinnausgleich. Dieser bezieht sich nur auf das Vermögen, was sich beide Ehepartner innerhalb der Ehe aufgebaut haben. Es teilt sich zu gleichen Teilen.
Aber nicht nur Guthaben werden geteilt, sondern auch aufgebaute Schulden, so dass die Schuldenlast nicht nur auf einem Partner liegt.

Mit der Scheidung muss sich der nicht berufstätige Ehepartner um neue Versicherungen kümmern und für beide müssen die Altersvorsorge neu strukturiert werden. Für den Versicherungswechsel werden maximal drei Monate veranschlagt, in welcher der Partner weiter versichert ist. Dem Krankenkassenwechsel muss jede gesetzliche Krankenkasse zustimmen. Die Kinder verbleiben in der bisherigen Krankenkasse.

Für Scheidungsverfahren zuständig sind die Amts- bzw. Familiengerichte. Hier besteht Anwaltszwang, so dass sich jeder anwaltlich vertreten lassen muss. Dies verursacht zum einen Kosten, sichert allerdings auch eine finanzielle Gleichstellung nach der Scheidung.