Erbrecht

Das Erbrecht regelt den Übergang des Vermögens eines Verstorbenen (Erblasser) an ein oder mehrere andere Personen (Erben). Hierbei sind das Eigentum und alle veräußerbaren Rechte eingeschlossen. In Deutschland besteht beispielsweise ein Nettovermögen von mehreren Billionen Euro. Die jährliche Erbmasse beläuft sich dabei auf mehr als ca. 200 Milliarden Euro.

Die überwiegende Mehrheit der Bürger hinterlassen kein Testament und haben auch zu Lebzeiten keinen Erbvertrag abgeschlossen, um festzulegen, wer das Vermögen erben wird und wer nicht.
In diesem Fall tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft, was nicht immer dem Wunsch des Verstorbenen entspricht. Soll diese Erbfolge geändert werden, so muss dies zu Lebzeiten in einem notariell beglaubigten Testament festgesetzt werden.
Für viele Bürger ist allerdings die Erstellung einer Nachlassplanung und einem Testaments noch Tabu, während andere die Notwendigkeit eines Handels bereits erkannt haben. In jedem Fall sollte eine fachkundige Unterstützung bei der Erstellung hinzugezogen werden, um nicht Opfer der eigenen fehlerhaften rechtlichen Gestaltung zu werden bzw. rechtliche Streitpunkte des Erbes später zu teuren Prozessen führen. Richtig schenken und vererben will gelernt sein, gerade auch wegen der steuerlichen Belastungen für die Erben.

Eine Erbfolge kann auch vorweggenommen werden. Dies ist dann interessant, wenn bereits zu Lebzeiten einen Teil oder das gesamte Vermögen übertragen werden soll.

Das Erbschaftsteuerrecht wurde im Jahre 2010 mit der Überarbeitung des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes erneut überarbeitet. Hier wird geregelt, dass der Nachlassgegenstand beispielsweise eine Immobilie statt wie bisher mit nur maximal 60 % jetzt mit dem tatsächlichen Verkehrswert bewertet wird. Darüber hinaus werden die verschiedenen Steuerklassen der Erbenden so beibehalten und deren Freibeträge angehoben. So können Ehepartner und gleichgeschlechtlich eingetragene Lebenspartner bis zu 500.000 Euro, Kinder und Stiefkinder bis zu 400.000 Euro sowie alle Enkel und Stiefenkel bis zu 200.000 Euro erben, ehe sie auf das Erbe Steuern zahlen müssen.

Das selbstgenutzte Wohneigentum ist unter bestimmten Voraussetzungen für den erbenden Ehe- bzw. eingetragenen Lebenspartner im vollen Umfang sowie für Kinder und Kinder verstorbener Kinder zum Teil (200 m2) steuerfrei. Diese Steuerbefreiung gilt nicht für andere Erben.

Die Steuersätze wurden zum Teil erhöht und greifen, sobald der Freibetrag des jeweiligen Erben überschritten wird.
Die Besteuerung von Betriebsvermögen und die Regelung der Unternehmensnachfolge sind sehr umfangreich. hier kann der Erbende zwischen zwei Optionen wählen: Beim Verschonungsabschlag gelten bestimmte Voraussetzungen, damit das Betriebsvermögen zu 85 % steuerfrei und nur auf die restlichen 15 % Steuern anfallen. Wird die Nulloption gewählt und werden auch die geltenden Voraussetzungen erfüllt, bleibt das gesamte Betriebsvermögen steuerfrei.