Räumungsklage

Einem Investor in Immobilien stellt sich immer wieder die Frage, wie er solvente Mieter erhält. Dabei können Sie sich kaum davor verwehren, doch beispielsweise einmal an Mietnomaden zu gelangen, die ohne Mietzahlung in Ihrer Wohnung wohnen. Um dies zu erreichen, werden Ihnen als Vermieter bei der Wohnungsbesichtigung auch schon mal gefälschte Ausweise sowie Lohn- und Gehaltsabrechnungen vorgelegt. Diese Vortäuschung geordneter Verhältnisse ist zwar strafbar, hält die Mietnomaden aber nicht von der eigentlichen Absicht des Mietbetruges ab.
Mit dem Auszug stellt dann der Vermieter möglicherweise fest, dass die Wohnung während der Mietzeit stark herunterkommen ist, wodurch sich im Folgenden oft hohe Instandsetzungskosten ergeben. Aufgrund der Mittellosigkeit der Mieter bzw. eines nichtgemeldeten neuen Wohnortes müssen auch diese Kosten neben den Anwalt- und Gerichtskosten meist noch vom Vermieter getragen werden.

Zu den Mietnomaden zählen nicht immer nur sozial schwache Familien. Auch zahlungsfähige Mieter können sich als Mietnomaden herausstellen, wenn sie z. B. mit angeblichen Wohnungsmängeln Mietminderungen rechtfertigen. Die ausbleibenden Monatsmieten sind dann meist so niedrig, dass ein rechtliches Vorgehen erschwert ist. Die betrügerische Absicht geht zum Nachteil des Vermieters.

Doch bis es zum Auszug kommt, vergeht meist viel Zeit. In jedem Fall können Sie nach deutschem Mietrecht einem Mieter nur dann kündigen, wenn dieser sich mit zwei aufeinanderfolgenden Mietzahlungen im Rückstand befindet. Haben Sie eine wirksame Kündigung zugestellt, kommt es gewöhnlich zur Wohnungsräumung und Wohnungsübergabe. Kommt der Mieter dem nicht nach, kann der Vermieter nur auf dem Klageweg versuchen, den Mieter zum Verlassen der Wohnung zu bewegen. Hierbei vergehen meist bis zu neun Monaten ehe ein vollstreckbares Urteil durch den Gerichtsvollzieher auch vollstreckt werden kann.
Andere Möglichkeiten wie Austausch der Wohnungsschlösser und dergleichen sind nicht rechtens, sondern verzögern einen Auszug des Mieters nur vergebens.

Auch mit Erhebung einer Räumungsklage und Erwirkung eines Räumungstitels vor dem zuständigen Amtsgericht, welche sich nicht nur auf Wohnungen, sondern auch auf Grundstücke beziehen können, geht der Wohnungsauszug nicht sofort automatisch von statten. Dem Mieter muss eine angemessene Frist zur Räumung des Mietobjektes gewährt werden. Darüber hinaus kann der Mieter noch bis zu zwei Monate nach Zustellung der Räumungsklage durch Zahlung der rückständigen Mietkosten an den Vermieter eine Räumung abwenden. In diesem Fall wird die Kündigung komplett unwirksam.

Es gibt viele Punkte, auf die bei einer Räumungsklage zu achten ist. Lassen Sie sich in jedem Fall anwaltlich beraten und vertreten, um unnötige Fehler und Zeitverluste zu vermeiden. Denn Ihr Mietobjekt erwirtschaftet für Sie nur dann Geld, wenn Sie es auch vermieten können.