Was versteht man unter Vorsatztaten und sind diese mit versichert?

Eine Tat, die einen Vorsatz voraussetzt, wird als „Vorsatztat“ bezeichnet. Der Täter handelt bei einer Vorsatztat willentlich und wissentlich oder auch grob fahrlässig, um einen Schaden gegen Personen oder Objekte herbeizuführen. Die aus seiner Tat entstehenden Folgen nimmt er dabei billigend in Kauf. Beispiele für Vorsatztaten sind Diebstahl, Beleidigung, Körperverletzung, Unterschlagung oder Betrug.

Grundsätzlich besteht für Vorsatztaten, ob sie nun durch Vorsatz oder Fahrlässigkeit begangen wurden, kein Rechtsschutz. Der Versicherer kann aber dem Versicherungsnehmer den Versicherungsschutz trotzdem gewähren, wenn wie bei verkehrsrechtlichen Vergehen im passiven Strafrechtschutz ein Vorsatzvorwurf besteht, dem Versicherungsnehmer nur fahrlässiges Verhalten vorgeworfen wird oder sowohl die Möglichkeit einer vorsätzlichen als auch fahrlässigen Tat besteht.

Selbst bei einer Tat mit Vorsatz besteht nur dann ein Versicherungsschutz, wenn dem Versicherungsnehmer nicht rechtskräftig nachgewiesen werden kann, dass unter Vorsatz gehandelt wurde. Kann es ihm aber nachgewiesen werden und wird dieser rechtskräftig aufgrund der vorsätzlichen Handlung verurteilt, so entfällt der Versicherungsschutz. Dies kann allerdings auch rückwirkend vollzogen werden.