Wohnung

Der Wohnungsrechtschutz wird auch als Immobilienrechtschutz bezeichnet und ist ein individuell buchbarer Rechtschutzbaustein, der sowohl für Nichtselbstständige (Arbeitnehmer) als auch für Selbstständige, Freiberufler und Firmen abgeschlossen werden kann. Dabei ist es egal, ob der Versicherungsnehmer Mieter oder Vermieter ist, denn durch den Abschluss eines Mietvertrages gehen beide sowohl Rechte als auch Pflichten ein. Damit ist der Wohnungsrechtschutz für beide Seiten gleichermaßen wichtig, denn bei gerichtlichen Auseinandersetzungen müssen beide für die Kosten von Anwalt und Gericht sowie anfallender zusätzlicher Kosten durch Sachverständige, Zeugen oder Gerichtsgutachten aufkommen. Einen Schutz vor dem finanziellen Kostenrisiko bietet nur der Wohnungsrechtsschutz.

Die Unterteilung des Wohnungsrechtschutzes erfolgt in den Mieter- und den Vermieterrechtschutz. Die Geltungsbereiche sind entsprechend und die Unterschiede liegen meist nicht in der Benennung, sondern in der Folge.

In den häufigsten Fällen bei Rechtsstreiten vor Gericht geht es um die Nebenkostenabrechnungen. Daneben wird vielen Mietern aufgrund eines angeblichen Eigenbedarfs vom Vermieter gekündigt. Hinterher stellt sich dann aber heraus, dass die angegebene Person gar nicht in das freiwerdende Mietobjekt einzieht, sondern nur allgemein höhere Mietpreise durchgesetzt werden sollen.
In diesem Fall kann der ehemalige Mieter vom Vermieter Schadenersatz fordern und alle seine durch den Umzug entstandenen Kosten in Rechnung stellen. Darüber hinaus kann der Mieter auch für einen bestimmten Zeitraum (maximal drei Jahre) einen Ausgleich für die Differenz der neuen höheren Miete zur alten verlangen. Als Streitwert wird immer die Jahresmiete zu Grunde gelegt.

Auch Streitigkeiten unter Nachbarn/ eigenen Mietern können für den Vermieter relevant werden. Kann er hier nicht vermittelnd eingreifen, so droht Mietminderungen durch einen oder sogar beide Mieter, die ihr Nutzungsrecht durch jeweils den anderen Nachbarn eingeschränkt sehen. So steht der Vermieter dann eventuell mit beiden Mietern in Folge des Nachbarschaftsstreits vor Gericht.

Ein anderes teures Problem sind die Mietnomaden. Sie zahlen meist keine Miete, wohnen die Wohnung herunter und flüchten dann nach langem Klageweg kurz vor der Vollstreckung der Räumungsklage über Nacht unbekannt zum nächsten Vermieter, so dass die Ansprüche des letzten Vermieters nicht geltend gemacht werden können oder diese Mieter gar nicht solvent sind.

Die Laufzeiten sind vom Versicherer abhängig. Bei Mehrjahresverträgen kann der Wohnungsrechtschutz für bis zu fünf Jahren abgeschlossen werden. Die Kündigung sollte in der Regel drei Monate vor Versicherungsablauf erfolgen, um diese nicht um ein weiteres Jahr zu verlängern.

Einige Versicherer haben in ihrem Angebot auch die kostenlose Nutzung von sogenannten Anwalthotlines. Hier kann sich der Versicherte sich bei Fachanwälten vorab über die Erfolgsaussichten eines möglichen Verfahrens oder andere bestehende Rechtsprobleme erkundigen.